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Freitag, 1. Januar 2010

2010 - Neues Kapitel, neuer Blog

Ab jetzt geht es an anderer Blog-Stelle weiter, nämlich hier. "zimtwookie-zwei" ist der nächste Teil dieser Reise. Ähnlich wie bisher, aber mit veränderter Perspektive. Die Vergangenheit der ersten Weltreise wird nun etwas aus dem Mittelpunkt gerückt, nun geht es im zweiten Teil um das, was "jetzt" ist. Es wäre nicht überraschend, wenn dort eine neue Reise, vielleicht sogar eine weitere Weltreise entsteht.

Viel Spaß beim zimtwookie-zwei Blog:
http://zimtwookie-zwei.blogspot.com

Und für alle Leser, die diesen Weltreise-Blog vom Anfang an lesen wollen: Startet mit dem Vorbereitungseintrag (November 2007) oder steigt über die Tagcloud am rechten Rand einfach quer ein!

Samstag, 28. November 2009

Zeitsprung - Danke und Gute Reise :-)

Zwei Jahre ist es nun her, dass ich diesen Blog gestartet habe. Und mehr als 3,5 Jahre sind vergangen, seit ich die Idee für eine lange Auszeit hatte und daraus die Weltreise gedanklich entstanden ist. Da Wiebke diese Idee auch gleich euphorisch aufgenommen hat, konnten wir zusammen planen, reisen, erleben und schreiben.

Nun ist sehr viel in diesen Jahren passiert und die Ereignisse und Erlebnisse haben ihre deutlichen Spuren im Leben von mir und Wiebke hinterlassen. Das niemand wissen kann, was die Zukunft bringt, weiß ich speziell durch die vielen verschiedenen "Baustellen" dieses Jahres.

An dieser Stelle werde ich den "Zimtwookies Weltreise" Blog beenden. Sehr wahrscheinlich melde ich mich an anderer Stelle wieder. Der Zimtwookie hat nun erstmal seine Weltreise-Zeit gehabt, hat hoffentlich viele schöne Impulse geben können und geht – in einen neuen Abschnitt. Wieder ein "Startschuss" in ein neues Lebenskapitel...

Ich möchte allen Lesern und Kommentatoren ganz herzlich Danke sagen, fürs "Mitreisen". Die positiven Rückmeldungen haben gut getan. Hoffentlich treffen wir uns wieder ... im Café um die Ecke, an einem schönen Fleck dieser Erde oder in den virtuellen Welten.

Der Zimtwookie wünscht weiterhin: "Gute Reise!" :-)

P.s.: zum Abschluss noch mein Song des Jahres: Fluss - Thomas D.

Sonntag, 22. November 2009

Nordwind, Sternenstaub und Nordlichter

Nun drifte ich mal etwas ab. In eine virtuelle Welt. Nein, diesmal hat es nichts mit dem Internet zu tun - oder nur am Rande. Mir ist ein Buch über den Bildschirm gelaufen, genauer gesagt ein Hörbuch. Das erste Mal vor ein paar Monaten als Empfehlung eines Magazins, dann als Notiz auf meinem Amazon Merkzettel und nun als Hörbuch bei Audible. Und witziger Weise ist es nun genau zur richtigen Zeit auf meinen iPod umgezogen. Bei dem Fundstück handelt es sich um einen der gelesenen Juwelen, die einem den Tag retten können oder sogar mehr.

Insbesondere in Zeiten, in denen viel Verwirrung herrscht, sind es diese Impulse, die ich benötige, um mich von der Alltagswelt zu lösen. Die ich brauche, um mich auf andere Dinge zu konzentrieren. Mich an schöne Ereignisse aus meiner Vergangenheit zu erinnern oder mir alternative Leben vorzustellen. So entsteht ein gewisses Gefühl von Geborgenheit innerhalb einer Geschichte, etwas von Ortsbestimmung oder Rollendefinition. Es hält den Geist fit für neue, andere Optionen - alles eher unterbewusst, aber Hauptsache es passiert.

Aber worum geht es hier eigentlich? Es geht um den (kalten) Nordwind, der einem manchmal entgegenweht. Vielleicht hab ich den Titel auch leicht fehlinterpretiert - egal. Es geht um das Buch "Gut gegen Nordwind". Und es geht darin um Menschen, die einem im Leben begegnen, einen verwirren, einen begleiten und einem zur richtigen Zeit gut tun - nicht immer, aber grundsätzlich schon - in die man sich auf irgendeine Art verliebt. Völlig egal, ob sie nur als virtuelle oder ganz leibhaftige Person im Leben auftauchen.

Mir kommt beim sinnieren über dieses Thema noch ein ganz anderes Bild in den Kopf: Nordlichter. Ein schönes, beeindruckendes, nie wieder vergessenes Erlebnis. Ein Ereignis, das seinen Ursprung nicht am Himmel hat, wo es sich abzeichnet, sondern weit weg auf der Sonne. Sternenstaub, Sonnenstürme oder Entladungen der Sonne, die als Nordlichter wundervolle Spuren in unseren Himmel malen. So ist es vielleicht mit den nicht greifbaren, besonderen Menschen im Leben - sie hinterlassen sichtbare, fühlbare Spuren. Man muss "nur" zur passenden Zeit, am passenden Ort sein, um sie wahrnehmen zu können - und man sollte das "Licht" ausschalten und die Augen öffnen, um das Besondere sehen zu können.  ;-)

"Gut gegen Nordwind" ist gut gegen viele Arten von Nordwind! Danke!

Freitag, 13. November 2009

Teşekküler

"Teşekküler" (Danke) für eine Woche voller neuer Erfahrungen.

Antalya hat mir neue Eindrücke in ein weiteres Alternativleben ermöglicht. Selbst der kurze Besuch in dieser türkischen Großstadt, konnte mir wieder einen kleinen Blick in eine anderer Kultur ermöglichen. Auch die Erinnerung daran, dass ich als deutsch geborener Europäer mit liberaler Erziehung in eine Art "Luxusgesellschaft" geboren wurde, ist bei allen aktuellen Krisendebatten hilfreich. Ich werde meine Wahlmöglichkeiten (in unglaublich vielen Bereichen) weiterhin als etwas besonderes und somit als Geschenke ansehen.

Ein Abschiedsgeschenk ganz anderer Art machte mir heute morgen der türkische Sonnengott: blauen Himmel und einen völlig klaren Blick auf das Taurusgebirge :))


"Get on Board" und "Keine Panik, hebt Euer Handtuch." (Thomas D.)

"Teşekküler"

Donnerstag, 12. November 2009

Fegefeuer

Wenn es eine Hölle gibt, dann ist sie kein Fegefeuer sondern ein türkischer Touri-Bazaar.

An einer der Ausfallstraßen von Antalya liegt ganz am Ende der neu gebauten, noch nicht im Einsatz befindlichen Tramstrecke ein "Türkischer Bazaar". Was ich bis zum Besuch dort jedoch nicht ahnte: Hier endet die letzte türkische Zurückhaltung.

Eigentlich bin ich dorthin, weil ich mir einen weniger touristischen Bazaar anschauen wollte, als den "Alten Bazaar" im Zentrum. Weit gefehlt! Meine kleine Hölle fing nach wenigen Schritten in die Gänge des sehr einfachen Gebäudes an.

Nun kenne ich ja die Bazaarform der "Nightmarkets" aus Thailand und war dadurch scheinbar vorbereitet. Ich hatte einigen Schund aber auch ein paar besondere Stände mit regionalen Waren erwartet. Insbesondere wollte ich mal wieder ein regionales Instrument erwerben.

Zunächst habe ich offenbar die Herausforderung gewagt, mich etwas zu früh zu diesem Ort zu begeben. Die Verteilung Besucher/Verkäufer war bei meinem Eintreten in die Hölle vermutlich 20/400. Die ersten "Hallo - eine Frage" Ansprachen der vielen Textilien-, Lederwaren- und Fälschungen-in-jeder-Ausprägung-Händler konnte ich noch abblocken. "War doch garnicht so schwer!" dachte ich. An einem Stand bin ich auch tatsächlich vor ein paar orientalischen Trommeln (Darabuka) hängen geblieben. Hier hatte ich noch das Glück, auf einen in Deutschland geborenen Türken zu treffen, der verstand, dass ich nicht einfach irgendwas mitnehmen wollte. Er lud mich, wie üblich, zum Tee ein, bis sein Chef noch ein paar andere Trommelmodelle rangeschleppen konnte. Es war aber nichts für mich dabei und die Preise waren astronomisch überhöht (etwa das vierfache von dem, was ich bereit gewesen wäre für eine passende Trommel auszugeben). Aber handeln musste ich ja nicht, weil ich gut klar machen konnte, dass nix für meinen Geschmack dabei war. Ich hab mich von diesem Stand verabschiedet und bin gleich um die nächste Ecke einem Teehändler in die Hände gefallen, der auch super deutsch sprach und mir einen weiteren Tee in die Hand drückte. Der Tee war wirklich ganz lecker. Schwupps war ich mit ihm im Gespräch und er stellte ein paar Teesorten zum "Sonderpreis" für mich zusammen. Sonderpreis: 145 TL (Türkische Lira) - also ca. 70 Euro. "Kleiner Scherz" dachte und sagte ich und hab eine kleine Tüte Tee für 10 TL mitgenommen. Soweit so gut - er hatte ein Geschäft gemacht und ich habe nur die Menge mitgenommen, die ich haben wollte.

Der nächste Teehändler fing mich auch gleich ab, kapierte, dass mit mir kein Geschäft mehr zu machen war und wir haben trotzdem noch etwas Small Talk über die Regeln des Bazaars betrieben. Sein Standnachbar mit schlechten Kopien von "Marken"-Uhren war allerdings weniger verständnisvoll und ziemlich penetrant (der hatte wohl nicht zugehört). Er wollte mich nicht aus seinen Fängen lassen. Warum er nicht verstand, dass ich definitiv keine Uhr bei Ihm kaufen wollte, weiß ich nicht. Offenbar hatte er die Hoffnung, er müsse nur lang genug auf mich einreden, damit ich eines der häßlichen Dinger mitnehme. An diesem Stand musste ich mich schon sehr harsch verabschieden - obwohl ich mir vorgenommen hatte, bei aller Penetranz der Verkäufer, trotzdem freundlich zu bleiben. Einen Ledertaschen- und Dürfte-Händler hatte ich anschließend noch im "Gespräch". Dieser junge Herr bot gefälschte Marken-Düfte an und war auch ziemlich begriffstutzig, als ich wiederholt sagte, ich wäre noch gut mit Düften ausgestattet. Den angebotenen Tee hab ich auch hier dankend abgelehnt und nur noch den nächsten Ausgang gesucht. Die Lust auf weiteren Bazaarbummel war mir vergangen.

Eine besonders angenehme Erfahrung war das viele "nein" sagen nicht - aber wieder eine gute Übung. In Zukunft werde ich wohl auch zu den Reisenden gehören, die nicht mehr auf "Hallo - eine Frage" reagieren. Wird mir schwerfallen, aber ich werd es tun.



Zum Ausgleich für diese Pleite gab es heute viel Sonnenschein und ich konnte den Rest des Tages an verschiedenen Plätzen der Stadt genießen und noch etwas Energie tanken.

Dienstag, 10. November 2009

Kemer - ein Versuch ins Gebirge zu gelangen

Heute habe ich mir ein neues Ziel vorgenommen: Kemer. Eigentlich ein normaler Badeort an der Küste südwestlich von Antalya. Allerdings wartet dieser Ort mit einer besonderen Möglichkeit der Bergeroberung auf: einer Seilbahn, die dem Besucher eine kleine Reise in die Höhen des Taurusgebirges ermöglichen soll.

Vom "Migros", einem Einkaufszentrum im westlichen Stadtgebiet von Antalya, geht ein Express-Bus bis nach Kemer - soweit die Information von einer der Rezeptionsdamen meines Hotels. An dem sehr westlich geprägten Einkaufszentrum angelangt, musste ich die Haltestelle etwas suchen und mir den Weg dorthin erfragen, da die Busse nicht direkt von der gut sichtbaren Haltestelle am Eingang abgehen, sondern etwas versteckt und einige hundert Meter vom "Migros" entfernt an einer Ausfallstraße südlich des Gebäudes. Hinweisschilder sind was für Mundfaule, müssen sich die Türken wohl denken, denn ohne zu Fragen, wäre ich wohl nicht unbedingt zu dieser Haltestelle gelangt. Für günstige 6 Türkische Lira (ca. 3 Euro) wurde ich dann aber über die gut ausgebaute, kurvige Küstenstraße in den Touristenort am Fusse des "Tahtali" gebracht.

Kemer ist einer der Cloneorte für Badeurlauber, wie sie mittlerweile in fast jedem sonnenverwöhnten Land der Erde zu finden sind - Strand (in diesem Fall Kieselsteinstrand), ein kleiner Yachthafen, eine ausgeprägte Einkaufszone und viele, zum Teil "interessant" gestaltete Hotels und Appartmenthäuser. Ein besonderes ausgeprägtes Exemplar dieser Art ist ein Hotel im "niederländischem" Stil samt Windmühle an der Strandseite: das "Orange County De Luxe Hotel". Da kann ich nur sagen: "Wem es gefällt...".

Sofern es ihn gibt, ist mir ein reizvoller, eher türkischer Teil des Ortes leider verborgen geblieben. Schade.

Auch schade war, dass sich die Reise auf den Gipfel des "Tahtali" offensichtlich nicht lohnte, da der Berg zum großen Teil in den Wolken verborgen war. Mit der kleinen Hoffnung ausgestattet, die Wolken würden sich im Laufe des Nachmittages noch etwas verziehen, hab ich mich an den Strand gesetzt und bei einem kleinen Picknick die dort durchaus noch vorhandene Sonne genossen. Die Wolken im Gebirge wollten sich aber ganz und garnicht von den Bergen verabschieden.

An ihrerstatt habe ich mich dann von diesem Ort verabschiedet, um lieber noch etwas Zeit in Antalya zu verbringen. Für den Rückweg wählte ich nicht den Express-Bus, sondern einen Bus mit alternativer Route über die zwei anderen Ferienorte, die zwischen Kemer und Antalya liegen. Eine gute wie auch gefährliche Wahl - wie sich herausstellte. Gut war sie insbesondere deswegen, weil ich so noch ein paar Eindrück von diesen Touriorten bekommen konnte - samt Hotel als Queen Elisabeth Luxusdampfer Nachbau - was meine Entscheidung für mein Hotel in Antalya überaus positiv bestätigte.

Jedoch gab es für mich auch eine neue Erfahrung in Bezug auf den türkischen Straßenverkehr, über die ich bisher nur gelesen hatte. Ich konnte beobachten wie die Verkehrsregeln nur als Empfehlung interpretiert wurden: rote Ampeln, egal - Stoppschild, wozu - Geschwindigkeitsbegrenzung, Quatsch - überholen in Kurven, na klar - durchgezogene Fahrbahnlinien, unsinnig... Autofahren im Grenzbereich. Ich war so gebannt von dem, was ich erlebte, dass ich vergaß einfach "Dur" (Stopp) zu rufen und lieber zu Fuss weiterzugehen. Denn all dies geschah für mich aus Beifahrersicht. Unser Busfahrer hatte scheinbar zuviel "Speed" gesehen oder genommen.

Als ich den Bus am "Migros" in Antalya wieder verlassen hatte, war ich für ein wenig Erholung und Entspannung dankbar. Die wurde mir gleich im "Atatürk Culture Park" ermöglicht, der ganz in der Nähe des Shopping-Centers beginnt. Der Park ist vielleicht etwas mit "Planten und Blomen" in Hamburg vergleichbar - allerdings mit schönem Ausblick aufs Meer und in die Berge. Hier habe ich noch etwas verweilt und das "Nebelgebirge" im Sonnenuntergang betrachte. Der Sonnenuntergang wollte aber nicht ganz so eindrucksvoll werden, wie einige Tage zuvor - dafür hatte sich die Decke aus Wolken schon zu sehr über die Gipfel gelegt.

Es war insgesamt ein schöner, sonniger, unfreiwillig spannender, aber auch entspannender Tag :-)

Montag, 9. November 2009

Mit Händen und Füssen nach Perge

Also, das Busnetz hier hab ich noch immer nicht verstanden. Aber dafür, dass viele der Busse, die in Nachbarorte oder zu weiter entfernten Zielen fahren vom Busbahnhof (Otogar) abfahren. Der liegt aber leider am Rand der Stadt.

Zunächst musste ich mich mit Händen und Füssen (oder etwas hilflosen Versuchen mit der türkischen Sprache) von Dolmus zu Dolmus fragen, bis ich einen Fahrer gefunden hatte, der mich in seinen Kleinbus reingewunken hat - und tatsächlich bis zum Otogar brachte. Ohne den Hinweis des Fahrers, dass nun die Haltestelle "Otogar" kommt, wäre ich jedoch irgendwann im wenig attraktiven Vorstadtgürtel von Antalya gelandet.

Vom Otogar ging es auf ähnliche Weise nach Perge (bzw. Aksu), welches ca. 20 km außerhalb von Antalya liegt. Für den Weg bis Aksu brauchte der Dolmus ca. 45 min. Die 2 km zu der Ausgrabungsstätte von Perge bin ich dann wieder gelaufen.

Die zahlreichen historischen Steine von Perge haben, bei strahlendem Sonnenschein, meine Aufmerksamkeit bis in den Nachmittag gebunden. Vor nahezu 5000 Jahren sollen hier die ersten Siedlungen entstanden sein. Die verschiedenen Teile der Stadt, die in unterschiedlichen Epochen entstanden sind, werden nun nach und nach zusammengefügt. Es macht auf mich den Anschein, dass an diesem Ort noch viel Restauratoren-Arbeit erforderlich ist, bis noch mehr Gebäude in Ansätzen in Form gebracht sind. Genug zu sehen, war trotzdem. Insbesondere das Stadion, die Hauptstraße der Stadt und die Agora hatte es mir angetan. Der Ausflug hat sich echt gelohnt.

Zurück nach Antalya bin ich dann, dank der Hilfe eines weiteren Dolmus-Fahrers, wieder recht zügig gekommen.

Das war ein schöner Tagesausflug auf eigene Faust :-)

Samstag, 7. November 2009

Antalya - Asiatische Erinnerungen

Der Start im Orient war schonmal gut. Alleine in in einem Land unterwegs zu sein, dessen Sprache ich nicht mal in Ansätzen beherrsche, ist für mich immer eine kleine Herausforderung. Besonders deshalb, weil ich auch hier die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen möchte. Wer nicht nur von geführten Touren abhängig sein will, muss sich anders durchschlagen. Auch dass ich nun wieder auf dem asiatischen Kontinent wandle ist in Ansätzen erkennbar. Ich kann weder mit dem Gelesenen etwas anfangen, noch irgendwie ein Konzept im türkischen Busnetz entdecken. Mal schauen, ob sich das noch ändert.

Zunächst habe ich mich aber auf meine Füße verlassen. Für erste Eindrücke der Stadt reichen die als Transportmittel völlig.

In den ersten Tagen habe ich so die Straßen und Gassen der Innenstadt und Altstadt erkundet. Die Unterschiede zu deutschen oder westeuropäischen Großstädten sind nicht nur wegen der eher pragmatischen Bauformen gleich sichtbar. Alleine der bauliche Zustand in der Altstadt - wo ich in einem wunderbar restaurierten, historischen Gebäude untergekommen bin - ist von verfallen bis hochwertig restauriert in unterschiedlichen Ausprägungen vertreten. An vielen Ecken fehlt offensichtlich das Geld für eine Sanierung, Renovierung oder Restaurierung. Dies gilt auch für die Bauten in vielen anderen Bereichen der Stadt, durch die ich gekommen bin. Neu und gefährlich verfallen stehen zum Teil gleich nebeneinander.

Deutlich auffällig sind natürlich auch die vielen Moscheen. Einige größere Bauten und viele kleinere sind quer durch die Stadt verteilt. Die akkustische Gebetserinnerung, die von den Minaretten per Lautsprecher getönt werden, sind auch nicht überhörbar. Diese werden von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang mehrmals wiederholt. Der Gesang scheint sich dabei für wenige Minuten quer durch die ganze Stadt zu ziehen. Besonders schön lässt sich das bei Sonnenuntergang an den Aussichtspunkten oberhalb des alten Hafens erfahren. Dabei hat man auch einen wunderschönen Blick auf das Taurusgebirge, welches sich am anderen Ende der Bucht von Antalya majestätisch erhebt.

Der innere Teil der Stadt ist durchzogen von zig-hundert Läden und Ständen mit mehr oder weniger sinnvollen und hochwertigen Waren aus der Türkei, China und aller Welt. Dazwischen gibt es immer wieder Essensstände, Cafes und Restaurants - aber es stehen auch viele Ladenlokale leer. Vieles erinnerte mich in der Mischung an Eindrücke aus Thailand.

Nach dem ersten Eingewöhnen, ist mein Eindruck von Antalya durchaus positiv. Es gibt eine ganze Menge zu entdecken und die Lage am Meer ist sicherlich ein besonderer Pluspunkt. Trotz Globalisierung ist hier noch lange nicht alles auf westliches Denken ausgerichtet - was ich durchaus positiv empfinde.

Leider gibt es aber auch hier die Art des Unterhaltsverdienst als "Abschlepper", in ganz ähnlicher Form, wie Wiebke und ich es in Thailand und Kambodscha erlebt haben. Mit der Übung des letzten Jahres, kannte ich zum Glück die Richtung, die die Gespräche nehmen können und konnte zeitig und am passenden Punkt dankend ablehnen. Hier werden aber scheinbar insbesondere Soloreisende angesprochen. Da es diese Tricksereien offensichtlich in vielen Ländern gibt, sollte man
sich davon nicht einfangen lassen und schon garnicht den Tag verderben lassen. Bekanntlich kann man ja aus Erfahrung lernen ;-)

Donnerstag, 5. November 2009

Neuer Plan, neue Eindrücke

Nun ist es also abgemacht: es geht nach Antalya in die Türkei.

Angeregt durch diverse Diskussionen über multikulturelle Gesellschaften, Traditionen, europäisches Kollonialdenken und moderne Ansätze einer Weltgesellschaft, habe ich mir ein neues Reiseziel definiert. Ich möchte wieder ein Land besuchen, dass anders ausgeprägte Wurzeln hat, als Deutschland und das westliche Europa. Und da die Wurzeln unserer "Hochkultur" zum großen Teil im Mittelmeerraum liegen, geht es nun für ein paar Tage dorthin - in ein Land, das allerdings weniger von Rom geprägt ist...

Ich bin sehr gespannt, was mich in den westlichen Ausläufern Asiens erwartet und freue mich schon auf neue kulturelle Eindrücke. Und auf etwas mehr Sonne und freundlichere Temperaturen freue ich mich auch :-)

Donnerstag, 23. Juli 2009

Frühstück mit Kängurus

Derzeit höre ich in der wenigen Zeit, die ich für Freizeit übrig habe, Bill Brysons "Frühstück mit Kängurus". Vor Jahren habe ich mal mit der Printversion angefangen. Ich hab gelesen und irgendwann mitten im Buch damit aufgehört. Das war vor der Reise in das große Land, den Kontinent, die größte Insel der Welt, am anderen Ende unserer Weltsicht. Aufgehört hab ich vermutlich, weil ich mir das doch alles nicht so recht vorstellen konnte.

Nun merke ich, dass Reiseliteratur für mich nur im Land während des Reisens oder nach der Reise funktioniert. Vielleicht fehlt mir die Vorstellungskraft, um mir so etwas wie Australien oder andere fremde Länder ganz ohne Bilder und nur im Geiste auszumalen. Vielleicht ist es aber auch einfach viel besser dort hinzureisen, Eindrücke ganz selbstständig zu sammeln und dann beim lesen oder hören eines Reiseberichtes zu denken "Ja, so war es, so ist es, genau so!"

So kann ich mich über die eigenen Erlebnisse freuen :-) Im Fall von Bill Brysons Reisebericht passiert das sehr häufig und deshalb macht mir das (Hör-)Buch jetzt auch vielmehr Spaß. Scheinbar hat auch jedes Buch eine passende und eine unpassende Zeit - wie vielleicht alles im Leben.

Sonntag, 5. Juli 2009

Zeitsprung - 05.07.2008 - Neustart?

Was kommt nach der Reise? Diese Frage hat Wiebke und mich vor einem Jahr beim Abschied am Flughafen von San Francisco beschäftigt. Wir beide hatten ein seltsames, ängstliches Gefühl, nachdem wir nun sechs Monate jeden Tag miteinander geteilt haben und unendlich viele gemeinsame Erfahrungen machen durften...

Nun, ein Jahr später hat sich viel verändert. Das Leben vor der Reise passte nicht mehr in unsere veränderte Weltanschauung und seitdem verändern wir, jeder auf seine Art, das Zurückliegende in etwas Gegenwärtiges oder Zukünftiges.

Durch kein Buch, keine Fernsehsendung oder Internetinformation habe ich zuvor soviel über die Zusammenhänge auf unserem Planeten, verschiedene Vegetationszonen, fremdartige Lebewesen, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Kulturen und über mich gelernt, wie in diesem halben Jahr auf Tour. Das daraus Veränderungen entstehen, ist fast logisch - sofern man das mit Logik erklären will - vielleicht passt hier besser: nachfühlbar.

Vor einem Jahr wollte ich, am Flughafen in Hamburg angekommen, gleich wieder los - mich der Reisetruppe von Wiebke wieder anschliessen - weiterreisen. Ich kam mir in Deutschland noch nie so deplatziert vor, wie zum Zeitpunkt der Rückkehr. In Hamburg hatte sich nichts wesentlich verändert - aber in mir. Das habe ich aber erst im Laufe der darauf folgenden Monate wirklich wahrgenommen und nun kann ich es als gegeben hinnehmen. Ich bin froh darüber, dass wir neue, eigene Entscheidungen treffen, die Veränderungen in unseren Leben erzeugen. Wer weiß wohin sie uns führen - hoffentlich näher an uns und die wesentlichen Dinge auf dieser Welt heran :-)

Die Reise geht auch in der "alten Welt" immer weiter...

Montag, 29. Juni 2009

Zeitsprung - 29.06.2008 - So long, Hawaii!

Nach zwei Wochen Aloha-Feeling, wären wir am liebsten noch viel länger auf den Inseln von Hawaii geblieben - seeehr viel länger :-)

Meine letzte Woche der Weltreise war jedoch angebrochen und ein paar Tage wollte ich doch noch in San Francisco verbringen. Zudem sind wir doch auch mit Stephie und Jana verabredet.

Jedem Weltenbummler kann ich eine der polynesischen Inseln (vermutlich egal welche) sehr ans Herz legen. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass die Lebenseinstellung der Menschen in diesem Teil der Erde so weit von der europäischen Effizienzdenke entfernt ist, dass es nur gut tut, dies mal zu erfahren. Spätestens ab dann, stellt man allerdings auch einiges in Frage, was hier in Europa so schön gewohnt, normal und sinnvoll erscheint. Denn: Das ist es nicht!

Ich/wir haben dort einiges dazugelernt. :-))

Mittwoch, 17. Juni 2009

Zeitsprung - 17.06.2008 - Waikiki Beach Walk

Von den Maori zu den Hawaiianern. Aus dem neuseeländischen Herbst auf die Inseln des sonnenverwöhnten Hawaiis.


Ich weiß noch, dass ich durch die Hochhausburgen in Honolulu, wo wir gelandet sind, zunächst etwas geschockt war. Aber schon am ersten Abend waren die vergessen und die Freundlichkeit der Inselbewohner und unserer Dorm-Nachbarn hat uns ins Aloha-Feeling versetzt. Die Situation im Hostel war zwar nicht ideal, aber trotzdem haben wir uns auf Hawaii gleich wohl gefühlt.

Heute vor einem Jahr sind wir in unser einfaches, aber nettes Hotelzimmer im "Waikiki Prince Hotel" umgezogen. Hier hat mal wieder "Urlaub" begonnen! Die Inseln sind es wert, für mehrere Wochen dort zu verweilen. Vielleicht klappt das irgendwann nochmal ;-)

Mehr Foto-Eindrücke von Oahu (Hawaii) in meinem flickr-Fotoalbum.

Dienstag, 9. Juni 2009

HOME – zum Weinen schön und zum Heulen erschreckend

Jetzt gibt es kein zurück mehr. Sicherlich hab ich schon vor langer Zeit damit begonnen, über unsere Gesellschaft und die Entwicklungen auf unserem Planeten nachzudenken. Aber auch bei mir hat sich immer wieder die Bequemlichkeit breit gemacht. Gegen Mauern von schrägem Selbstverständnis und gelernter Sozialisation anzurennen ist manchmal anstrengend.


Und jetzt kommt HOME. Kein Naturfilm wie die vielen anderen, die ich in den vergangenen Jahren gesehen habe. Einer der mich zutiefst bewegt hat. Zum Teil weil Landschaften darin vorkommen, die ich besuchen durfte, teilweise weil die Bilder übermächtig sind oder die Botschaft im Film keinen Zweifel mehr an der Zerstörung lässt - die WIR diesem Planeten zufügen.

Schaut Euch den Film HOME an - im Kino, auf DVD, bei YouTube - zieht Eure Schlüsse!

Englische Version des Films mit deutschen Untertiteln (bei YouTube):
http://www.youtube.com/homeprojectDE

Mittwoch, 29. April 2009

Fahrrad-City - Das Münster von Dänemark

Verkehrstechnisch ist mir in Kopenhagen aufgefallen, dass sehr viele Menschen mit dem Rad unterwegs waren - nicht nur die Touristen auf den "City Bikes" oder anderen Ausleihrädern. Egal ob morgens zur Arbeit, in den Park mit Kind und Kegel oder abends auf einen Drink - das Fahrrad war offensichtlich immer eine Option als Fortbewegungsmittel. Besonders die witzigen Transportdreiräder mit großem Stauraum fand ich beeindruckend. Anscheinend sind diese Räder eine Alternative zum Zweitwagen. Die hab ich an allen Ecken und in vielen Parks sehen können.

Das hat mich alles ein wenig an Münster erinnert - hier gehört das Rad ja zu jedem Haushalt obligatorisch dazu. Die intensive Nutzung - auch als Zweitwagen-Alternative - ist mir jedoch in Kopenhagen noch stärken aufgefallen. Daumen hoch für die Dänen :-)

In diesem Punkt ist Hamburg leider ganz klar Entwicklungsgebiet und weit davon entfernt vorbildlich zu sein. Wenn hier etwas mehr für die Fahrradfahrer getan würde, setzen sich vielleicht auch mehr Hamburger im Sommer aufs Rad, statt laufend das Auto zu benutzen und die Straßen der Innenstadt zu verstopfen. Mal sehen, was nun die geplante Einführung von Stadt-Fahrrädern in Hamburg für Impulse bringt.

Elefantenjagd in Kopenhagen

Heute ging es wieder zurück nach Hamburg. Vorher jedoch hatte ich noch einige schöne Erlebnisse.

Wie schon in den letzten Tagen, war ich früh wach und konnte somit zeitig auschecken. Nachdem mein Gepäck in einem Schließfach im Bahnhof verstaut war, hab ich mich auf die Suche nach Frühstück und Elefanten gemacht. Auf einer Stadtkarte im Zoo hatte ich ein paar Einträge mit Stellen gesehen, an denen Elefanten als Verzierungen an Gebäuden oder in Sammlungen vorkommen sollen. Da ich ein Foto von der Karte gemacht hatte, wollte ich einige der Orte besuchen. Vor der Öffnung des "Dansk Design Centers", das ich noch besuchen wollte, hatte ich jetzt noch viel Zeit. Meine ersten Stationen waren vermutlich die Orte von Sammlungen in Museen, die noch nicht geöffnet hatten. So genau war die Karte dann doch nicht, aber wo eine Markierung auf dem Stadtplan war, fand ich eine Kunst- oder Historiensammlung. Dummerweise hatte ich vergessen, die Legende der Karte, mit weiteren Beschreibungen, ebenfalls aufzunehmen. Die Jagd nach den Elefanten von Kopenhagen war scheinbar gescheitert.

Also habe ich mich nun auf dem Rathausmarkt einem kleinen Frühstück gewidmet und bin gestärkt ins "Dansk Design Center" spaziert. Auf dem kurzen Weg dorthin konnte ich, auf der Rückseite des Rathauses, tatsächlich noch zwei Torwächter mit Stosszähnen entdecken - allerdings in Form von Walrössern :-)

Das Design Museum hatte eine Sonderausstellung zum Thema "Licht" zu bieten. Darin nicht nur gute Beiträge zur innovativem Nutzung von Energie und Licht, sondern auch ein paar schöne Einsichten zur unterschiedlichen Wahrnehmung von Farben unter verschiedenen Lichtbedingungen. Alles nichts gänzlich neues für mich, aber mit gutem Erinnererfaktor. Insbesondere was die Bedeutung von Licht und Schatten betrifft.

Im Museum habe ich dann noch nach den Elefantenstatuen gefragt und auch einen guten Tipp bekommem - die Carlsberg Brauerei. Dort wurde die alte Durchfahrt zur Brauerei mit vier nahezu lebensgroßen, steinernen Elefanten gestützt. Nach einem kurzen Tageslicht-Fotorundgang im Tivoli ging es nochmal auf die Großwildjagd und ich bin mit einem City Bike zur Brauerei gestrampelt. Die Elefanten, die ich auch auf einem Foto im Zoo gesehen hatte, waren tatsächlich die an der Brauerei. Fragen hilft - auch bei der Suche nach versteckten Elefanten in europäischen Hauptstädten.


Der Ausflug hatte für mich wieder einige neue Ansichten parat und war dank des tollen Wetters, der vielen schönen Parks und ruhigen Plätze in Kopenhagen letztlich überraschend erholsam.

Samstag, 25. April 2009

Zeitsprung – 25.04.2008 – Anzac Day in Sydney


Heute wird in Australien der Anzac Day gefeiert. Es wird den Opfern und Veteranen der Kriege gedacht und insbesondere an den ersten verlustreichen Einsatz von Soldaten aus AUS und NZ in einem der Weltkriege. Am 25. April 1915 waren australische und neuseeländische Truppen bei der Landung auf Gallipoli in der Türkei im Einsatz. Die Alliierten wollten mit der Türkei einen der deutschen Verbündeten attackieren, scheiterten jedoch und hatten hohe Verluste zu beklagen.

Vor einem Jahr war ich in Sydney unterwegs. Die Sonne wurde von den vielen Wolken am Himmel häufiger mal durchgelassen und ich war wie viele andere Menschen auch, insbesondere an den Wassersäumen der Stadt unterwegs. Die Stimmung an diesem Tag hatte etwas bedächtiges. Ich kann nicht sagen warum, aber der Tag war kein normaler freier Tag, er wurde "bedacht", das Gedenken war spürbar. So kam es mir damals vor. Ich konnte Menschen beobachten, die sinnierend übers Wasser schauten, als wenn sie ein fernes Ereignis wieder nah an sich heran holen würden – an etwas denken würden, das nicht in Vergessenheit geraten darf. Vielleicht war dies nur mein Eindruck – aber er hat sich in meiner Erinnerung festgesetzt.

Es gibt Situationen in der Geschichte und im Leben, die scheinen sich zu wiederholen, egal was man versucht dagegen zu tun. Manchmal hilft es aber, sich dessen bewußt zu sein und somit eine Wiederholung zu verhindern. Wenn dies sehr viele tun, bleiben schmerzhafte Erfahrungen vielleicht Vergangenheit.

Dafür sind Gedenktage wohl da – um sich zu erinnern, nachzudenken und daraus zu lernen.

Mehr Foto-Eindrücke vom zweiten Sydney Stopp in meinem flickr-Fotoalbum.

Donnerstag, 16. April 2009

Bahnreise - Umwege in Deutschland

Die Bahnfahrt von Hamburg nach Münster dauert üblicherweise 2:15 Stunden - ist also ebenso üblicherweise keiner besonderen Erwähnung wert. Eine "Bahnreise" ist diese Verbindung also eigentlich nicht. Es sei denn, es gibt vereiste Oberleitungen (wie einst zu Heiligabend geschehen) oder eine Leiche wird auf den Gleisen bei Diepholz gefunden (wie heute geschehen).

Nun hat die Bahn ja im Laufe der Jahrzehnte einen riesigen Erfahrungschatz mit Stör- und Ausfällen angesammelt, somit können die Züge gut umgeleitet werden. Im heutigen Fall war das aber keine gute Idee.

Durch die Umleitung über Löhne und Hamm konnten wir Fahrgäste deutsche Ortschaften und Landschaften vorbeiziehen sehen, die uns bei der vorgesehen Strecke verborgen geblieben wären. Die Fahrgeschwindigkeit hat mich auch eher an einen der historischen Züge erinnert, wie sie zur touristischen Attraktion gerne vom Abstellgleis geholt werden. Diese Züge werden häufig in Gegenden mit besonders sehenswerter Landschaft eingesetzt. Besonders sehenswert war die Kulturlandschaft am Steckenrand aber nicht - zuweilen aber schön grün - dem Frühling sei Dank.

Letztendlich bin ich nach 6:30 Stunden in Münster gelandet. Ohne die in Down Under gelernte Gelassenheit hätte ich bei dieser Tour vermutlich so viel Energie verloren, dass mein geplantes Brainstorming in Münster überhaupt nicht mehr stattgefunden hätte. Wir haben es dann am Aasee in freundlicher Umgebung und in verkürzter Form trotzdem gemacht und einen kreativen Austausch erreicht.

Vielleicht könnten daraus auch ein paar gute Ideen für die Verbesserung der Kommunikation der Bahn in kleinen "Krisenfällen" (am Ort des Geschehens) entstehen - die kann nämlich noch einiges an Optimierung gebrauchen. Für die Bahn war das Geschehene vermutlich keine Krise, für mich auch nicht wirklich, aber für einige meiner Mitreisenden scheinbar schon. Schlimm war für viele, dass niemand zu wissen schien, wann der Zug an den neuen Zwischenstationen ankommt. Leider haben die Zugbegleiter diese Informationen auch nur auf Anfrage preisgegeben bzw. erklärt, dass der genaue Verlauf noch unklar sei. Der Einsatz des Informationkanals "Lautsprecherdurchsage" lag den Bahnmitarbeitern scheinbar nicht so nahe. Eine Aktualisierung von Informationen hätten sich viele Mitreisenden aber gewünscht. So unterschiedlich kann die Wahrnehmung von der Wichtigkeit einer Information sein.

Eine seltsame Sache ist mir noch aufgefallen. Obwohl die Bahn vermutlich keinerlei Verantwortung für die Verursachung dieser Umleitung hatte, war aus den Reihen meiner Mitreisenden sehr häufig zu hören, dass Sie eine Entschädigung haben möchten. Eine Entschädigung, dafür, dass etwas passiert ist, was nicht vorgesehen war. Den Wunsch müsste man doch an die Leiche auf der Bahnstrecke herantragen oder an denjenigen, der dies herbeigeführt hat.

Tun wir uns so schwer damit, zu akzeptieren, dass es im Leben nicht immer auf dem schnellsten Weg und ohne Umwege zum "Ziel" geht? Und brauchen wir immer einen Schuldigen oder Verantwortlichen, der uns Wiedergutmachung anbieten muss.

Dienstag, 10. März 2009

Zeitsprung - 10.03.2008 Tasmanische Wildnis

Hamburg hat derzeit nur viel Wasser von oben zu bieten - jedenfalls in Bezug auf Outdoor-Aktivitäten. Daher gibt es wieder einen kleinen Zeitsprung ins Jahr 2008.


Die tasmanische Wildnis: Wild, weit, beeindruckend schön. So haben wir es empfunden, als wir einen Eindruck von dem Leben auf der kleinen südlichen Schwesterinsel des australischen Kontinents gewinnen durften.

Insbesondere die Zeit am Cradle Mountain und Lake St. Clair waren von wunderbaren Tagestouren durch die Berglandschaft geprägt. Wir konnten Landschaften entdecken, wie sie kein Schulbuch jemals beschreiben kann - vielfältig und beeindruckend. An diesem Fleck der Erde habe ich nachts den schönsten und klarsten Sternenhimmel sehen dürfen, an den ich mich erinnern kann. Allein die Nordlichter auf Island waren noch beeindruckender - für die hab ich mir damals auch nahezu freiwillig die Nase abfrieren lassen ;-).

Die Sonnenaufgänge am Lake St. Clair waren wunderschön und unglaublich ruhig. Ein Ort an dem ich wirklich mal wieder zu mir selbst gefunden habe. Ein Erlebnis, an das ich mich hier im lebhaften Hamburg immer wieder gerne erinnere - und mit temporären Gedankenflügen auch gerne wieder zum Leben erwecke.

Dienstag, 24. Februar 2009

Zeitsprung - 24.02.2008 Blue Mountains

Nachdem ich nun Franks Blogeintrag zu den Blue Mountains gelesen habe, muss ich sagen: Glück gehabt! Damit meine ich allerdings Wiebke und mich. Als wir vor einem Jahr auf der Aussichtplattform vor den "Three Sisters" standen eröffnete sich uns ein unglaublicher Blick über ein Tal, das scheinbar unendlich weit mit Eukalyptus-Bäumen bewachsen ist.

Die paar Tage in den Blue Mountains waren eine absolute Erholung für uns. Nach den Stadterfahrungen im hektischen Bangkok und dem vergleichsweise ruhigen Sydney waren die Naturerfahrungen in den Canjons und Schluchten, bei Wasserfällen und in beindruckend weiten Wäldern ein toller Ausgleich.

Ich musste vor dem Genuss der Landschaften allerdings in der "No. 14" zunächst eine der kältesten Nächte, an die ich mich erinnern kann, durchstehen. Wir hatten kurzfristig gebucht und zum Glück noch ein Zimmer in diesem kleinen, wirklich schönen Hostel bekommen. Das Zimmer für die erste Nacht lag aber leider zur kühlen Hangseite des Hauses und wollte einfach nicht richtig warm werden. Warum ausgerechnet Wiebke in der Nacht schlafen konnte, während ich mich überwiegend vor dem Kamin des Hostels aufgehalten habe, ist mir immer noch ein Rätsel. Denn: "So kalt war es noch nie!" – obwohl tagsüber Temperaturen um die 20° C herrschten. Die anschließenden Nächte haben wir zum Glück ein wärmeres Zimmer in der oberen Etage der "No. 14" bewohnen dürfen, das tagsüber von der Sonne aufgewärmt wurde. Von da an war es nur noch Klasse in den "Blue Mountains".


Mehr Foto-Eindrücke aus den Blue Mountains in meinem flickr-Fotoalbum.