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Dienstag, 22. April 2008

Abschied von Alice Springs

Diese Wuergefeigen sind ueberall rund um Alice Springs zu finden (hier im vertrockneten Flussbett des Todd River). Sie sehen spannend aus, aber irgendwie sieht man, dass da was nicht ganz richtig ist. Die toten Ueberreste eines anderen Baums sind immer irgendwie sichtbar. Fuer mich stehen sie schon symbolisch fuer die europaeische Kultur, die ganz allmaehlich die naturverhaftete Kultur der Ureinwohner des Kontinents umwuchert und langsam abwuergt.

In Alice Springs hatten wir den Eindruck, dass die Aboriginals nicht wirklich ein Teil dieser Stadt sind. Oder umgekehrt gesehen: dieser westlich, "amerikanische" Klon-Ort, gehoert nicht hierhin. Vielleicht genausowenig wie wir Reisende auf Entdeckungstour.

Spaetestens an diesem Ort faengt der ein oder andere Reisende vermutlich an, ueber Ursprung, Kultur, Natur, Veraenderungen, Modernisierung und Lebensweisen in dieser Region nachzudenken. Ich muss sagen, ich bin noch immer dabei...

Montag, 21. April 2008

Red Center - Der Weg zu den Geschichten der Berge

In Alice Springs sind wir ja schon mitten im Zentrum des Kontinents angekommen und die Eindruecke sind wiederum andere, als im Outback Darwins. Richtig spannend wird es allerdings erst nachdem man auch die "City Limits" dieser Stadt hinter sich gelassen hat. Hier faengt fuer mich das Bild von Australien an, dass ich mal im Kopf hatte und in den letzten Monaten Stueck fuer Stueck korrigieren durfte - dafuer ist dieses Land, dieser Kontinent einfach zu vielseitig.

Der Weg zum Uluru zieht sich ueber Stunden auf asphaltierter Strasse durch roten Wuestensand, der mehr oder weniger mit Graesern, Bueschen und Baeumen bewachsen ist. Ab und zu zieht sich eine Bergkette durch die Landschaft oder ein einzelner Berg zeigt ich am Horizont.

Fuer uns ist die Fahrt spannend, da ja alles wieder neu ist oder erwartetes bestaetigt. Mittendrin sein - rote Erde, blauer Himmel, Farbspiele der Natur, die Hitze, Fliegenschwaerme, tote Roos :-( und geschrottete Autos am Strassenrand - das ist allerdings wirklich etwas anderes, als eine BBC Dokumentation im TV zu sehen ;)

Als wir am Uluru ankommen bzw. den Berg am Horizont entdecken ist das schon ein seltsam magischer Moment fuer mich. Seit Wochen reisen wir durch diesen Kontinent und ohne die Begegnung mit diesem Berg waere die Reise irgendwie nicht vollstaendig. Komisch, aber dieser Ort ist schon etwas besonderes und das wird durch die Tage hier auch weiter bestaetigt.

Auch wenn ich allenfalls ansatzweise die Kultur der Aboriginals verstanden habe, so verstehe ich doch, das die Orte am Uluru und den Kata Tjuta eine besondere Bedeutung haben - fuer mich jedenfalls. Keines der Bilder, die ich hier gemacht habe, kann rueberbringen, wie es sich anfuehlt am Uluru (oder den Kata Tjuta) zu sitzen, den Wind zu spueren und zu hoeren und dabei die Vielfalt dieser Formationen zu betrachten. Das hier "bedeutende" Geschichten der Aboriginalskultur entstanden sind - mich wundert das nicht mehr.

Donnerstag, 17. April 2008

The Red Center - Alice Springs

Alice Springs – nur noch ca. 500 km bis zum Uluru.

Die Reise mit "The Ghan" war spannend und laaang. Fast einen Tag waren wir mit dem Zug unterwegs, um die ca. 1500 km von Darwin nach Alice Springs zurückzulegen. Darin war allerdings ein mehrstündiger Stopp in "Katherine", mit Ausflug zum "Katherine Gorge", enthalten. Dort konnten wir uns bei einem "Walk" nochmal richtig die Beine vertreten – obwohl es ziemlich heiß war. Aber mit ausreichend Wasser und Willen hat das auch gut geklappt. Während viele andere Zugreisende den Ausflug im Boot durch die Schlucht vorgezogen haben, waren wir dann nur zu zweit auf Erkundung "über" die Schlucht.

Die Nacht im Zug war erwartungsgemäß, also etwas unbequem. Das hätte aber durchaus schlimmer sein können und wir sind verhältnismässig erholt aufgewacht... beim aufwachen gab es einen schönen Sonnenaufgang über dem Buschland zur Belohnung und anschließend ein nettes Frühstück im Speisewagen :-)

Nun sind wir beide auf das "Red Center" gespannt. Alice Springs ist jedenfalls richtiges "Outback" auch wenn hier so ca. 30.000 Menschen leben.

Dienstag, 15. April 2008

Northern Territory - Kakadu und Litchfield

Darwin ist ja schon fast "Outback", aber so richtig "draussen" ist man erst, wenn man ein paar Kilometer Stuart Highway hinter sich hat. Nach nahezu endlos wirkenden Suburbs geht es irgendwann links zum Arnhem Highway in den Kakadu National Park. Die Wetlands sehen am Ende der Regenzeit so ganz anders aus, als ich mir diese "oede" Gegend vorgestellt habe. Aber warum heissen die wohl "Wetlands" - boese Wissensluecke. Zur Zeit ist es hier ueberall unglaublich gruen und es gibt mehr Wasser, als von mir gewuenscht. Viele Wege sind naemlich gesperrt - selbst 4WD Fahrzeuge duerfen die Strecken groesstenteils nicht befahren. Wir sind aber eh auf die "sealed roads" angewiesen und haben nur mal kurz einen Abstecker auf eine "unsealed" gemacht, um festzustellen warum unser Toyota als kaum bis garnicht gelaendetauglich eingestuft ist. Der besondere Eindruck der Landschaft ueberwiegt aber ganz deutlich und die vielen ueberschwemmten Wege machen die Auswahl der Erkundungsziele viel einfacher.

Auf der Tour mit zwei Uebernachtungen im "Kakadu" Park konnten wir viele tolle Eindruecke sammeln... Sumpf, Kroko-Warnungen, Schlangen, Kakadus, Berg 'Roos, Historische Hoehlen-Malereien der Aboriginals (etwas farblich aufgefrischt), Termitenhuegel, rote Erde, blauer Himmel und einen wahnsinns Sonnenuntergang (den wir wegen einer fiesen Mueckenattacke jedoch nicht auf den "Film" bannen konnten - ich sag nur, fast waeren wir von den Biestern gefressen worden...).

Nach den Tagen im Kakadu National Park haben wir uns heute noch einen Tag im Litchfield National Park gegoennt, der wiederum ganz andere Einblicke in diese Region zulaesst. Besonders die Termitenhuegel sind zahlreich, vielfaeltig und zum Teil ziemlich hoch. Die Landschaft ist eher durch den Wechsel von Huegeln, Berge, Schluchten, Buschland und Feuchtebenen gepraegt und es ist schon um einiges trockener als im Kakadu. Da es heute unertraeglich heiss war, haben wir nur kurze Wege aus dem Auto heraus gemacht. Zwei der Wasserfaelle haben wir uns trotzdem angeschaut und das hat sich echt gelohnt. Nur bei den Florence Falls haetten ein paar Badende weniger im "Pool" sein duerfen. Den Abkuehlungswunsch kann ich aber durchaus verstehen :-)


Morgen geht es mit "The Ghan", dem Zug von Darwin nach Adelaide, weiter nach Alice Springs. Der vermeindliche Hoehepunkt der Australienreise, der Uluru, steht uns also noch bevor.

Freitag, 11. April 2008

Darwin - Erste Eindruecke

Der Flug ins Northern Territory verlief mal wieder ohne grossartige Hindernisse - wir mussten nur schnell vom Domestic-Terminal zum International-Terminal flitzen, da uns nicht klar war, dass der Flug nach Darwin eigentlich nach Singapur geht und somit als internationaler Flug (mit Zwischenstopp in Darwin) gilt. Ein kleiner Adrenalinkick, aber mehr zum Glueck nicht.

Waehrend des Fluges konnte man die weite Landschaft des NT bestaunen und wir haben einen ersten Eindruck von dieser zum Teil oeden Weite bekommen - dabei ist gerade Ende der Regenzeit und somit noch sehr vieles gruen...

In Darwin ging es nun erstmal darum, die Touren in den Kakadu-Park zu sichern. Nach unserer gefuehrten Tour zum Daintree-Regenwald, wollen wir diesmal wieder auf eigene Faust los, damit wir da halten koennen, wo wir es wollen. Das Buchen der Unterbringung und des Autos verlief ziemlich einfach (Wiebke hat mal wieder das Hostel uebernommen - danke :). Morgen geht es dann mit einem Wagen zur Erkundung des NT in den Kakadu Nationalpark.

Darwin selbst gefaellt mir/uns bisher noch nicht so gut. Eine etwas "unmotivierte" Ansammlung von Gebaeuden, bei denen einzig die Farben im Kontrast zum klaren Blau des Himmels einen gewissen Reiz innehaben - mehr aber auch nicht. Aber wir haben ja auch bisher nur einen Bruchteil von Darwin gesehen. Die Stadt wurde allerdings schon mehrmals von heftigen Wirbelstuermen heimgesucht und grossflaechig zerstoert, vielleicht lohnt es sich da nicht, in tolle Bauwerke zu investieren. Seltsamer Weise fallen derzeit aber besonders die intensiven Bautaetigkeiten an neuen Hochhaeusern auf. Wie in einem Grossteil Australiens scheint die Baubranche auch hier zu florieren.

Das Wetter ist hier derzeit auch als ganz klar tropisch zu definieren. Ohne Klimaanlage oder Ventilator haetten wir heute Nacht wohl kaum schlafen koennen. Tagsueber sorgt die Sonne fuer ca. 33 Grad und nachts halten sich noch warme 25 Grad - puh. Deshalb freuen wir uns auch ueber jeden schattigen Platz waehrend der Mittagshitze... wie z.B. die Internetecke unseres Hostels ;-)

Jetzt geht es zum Abkuehlen in den Pool. Bis bald...