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Dienstag, 10. November 2009

Kemer - ein Versuch ins Gebirge zu gelangen

Heute habe ich mir ein neues Ziel vorgenommen: Kemer. Eigentlich ein normaler Badeort an der Küste südwestlich von Antalya. Allerdings wartet dieser Ort mit einer besonderen Möglichkeit der Bergeroberung auf: einer Seilbahn, die dem Besucher eine kleine Reise in die Höhen des Taurusgebirges ermöglichen soll.

Vom "Migros", einem Einkaufszentrum im westlichen Stadtgebiet von Antalya, geht ein Express-Bus bis nach Kemer - soweit die Information von einer der Rezeptionsdamen meines Hotels. An dem sehr westlich geprägten Einkaufszentrum angelangt, musste ich die Haltestelle etwas suchen und mir den Weg dorthin erfragen, da die Busse nicht direkt von der gut sichtbaren Haltestelle am Eingang abgehen, sondern etwas versteckt und einige hundert Meter vom "Migros" entfernt an einer Ausfallstraße südlich des Gebäudes. Hinweisschilder sind was für Mundfaule, müssen sich die Türken wohl denken, denn ohne zu Fragen, wäre ich wohl nicht unbedingt zu dieser Haltestelle gelangt. Für günstige 6 Türkische Lira (ca. 3 Euro) wurde ich dann aber über die gut ausgebaute, kurvige Küstenstraße in den Touristenort am Fusse des "Tahtali" gebracht.

Kemer ist einer der Cloneorte für Badeurlauber, wie sie mittlerweile in fast jedem sonnenverwöhnten Land der Erde zu finden sind - Strand (in diesem Fall Kieselsteinstrand), ein kleiner Yachthafen, eine ausgeprägte Einkaufszone und viele, zum Teil "interessant" gestaltete Hotels und Appartmenthäuser. Ein besonderes ausgeprägtes Exemplar dieser Art ist ein Hotel im "niederländischem" Stil samt Windmühle an der Strandseite: das "Orange County De Luxe Hotel". Da kann ich nur sagen: "Wem es gefällt...".

Sofern es ihn gibt, ist mir ein reizvoller, eher türkischer Teil des Ortes leider verborgen geblieben. Schade.

Auch schade war, dass sich die Reise auf den Gipfel des "Tahtali" offensichtlich nicht lohnte, da der Berg zum großen Teil in den Wolken verborgen war. Mit der kleinen Hoffnung ausgestattet, die Wolken würden sich im Laufe des Nachmittages noch etwas verziehen, hab ich mich an den Strand gesetzt und bei einem kleinen Picknick die dort durchaus noch vorhandene Sonne genossen. Die Wolken im Gebirge wollten sich aber ganz und garnicht von den Bergen verabschieden.

An ihrerstatt habe ich mich dann von diesem Ort verabschiedet, um lieber noch etwas Zeit in Antalya zu verbringen. Für den Rückweg wählte ich nicht den Express-Bus, sondern einen Bus mit alternativer Route über die zwei anderen Ferienorte, die zwischen Kemer und Antalya liegen. Eine gute wie auch gefährliche Wahl - wie sich herausstellte. Gut war sie insbesondere deswegen, weil ich so noch ein paar Eindrück von diesen Touriorten bekommen konnte - samt Hotel als Queen Elisabeth Luxusdampfer Nachbau - was meine Entscheidung für mein Hotel in Antalya überaus positiv bestätigte.

Jedoch gab es für mich auch eine neue Erfahrung in Bezug auf den türkischen Straßenverkehr, über die ich bisher nur gelesen hatte. Ich konnte beobachten wie die Verkehrsregeln nur als Empfehlung interpretiert wurden: rote Ampeln, egal - Stoppschild, wozu - Geschwindigkeitsbegrenzung, Quatsch - überholen in Kurven, na klar - durchgezogene Fahrbahnlinien, unsinnig... Autofahren im Grenzbereich. Ich war so gebannt von dem, was ich erlebte, dass ich vergaß einfach "Dur" (Stopp) zu rufen und lieber zu Fuss weiterzugehen. Denn all dies geschah für mich aus Beifahrersicht. Unser Busfahrer hatte scheinbar zuviel "Speed" gesehen oder genommen.

Als ich den Bus am "Migros" in Antalya wieder verlassen hatte, war ich für ein wenig Erholung und Entspannung dankbar. Die wurde mir gleich im "Atatürk Culture Park" ermöglicht, der ganz in der Nähe des Shopping-Centers beginnt. Der Park ist vielleicht etwas mit "Planten und Blomen" in Hamburg vergleichbar - allerdings mit schönem Ausblick aufs Meer und in die Berge. Hier habe ich noch etwas verweilt und das "Nebelgebirge" im Sonnenuntergang betrachte. Der Sonnenuntergang wollte aber nicht ganz so eindrucksvoll werden, wie einige Tage zuvor - dafür hatte sich die Decke aus Wolken schon zu sehr über die Gipfel gelegt.

Es war insgesamt ein schöner, sonniger, unfreiwillig spannender, aber auch entspannender Tag :-)

Montag, 9. November 2009

Mit Händen und Füssen nach Perge

Also, das Busnetz hier hab ich noch immer nicht verstanden. Aber dafür, dass viele der Busse, die in Nachbarorte oder zu weiter entfernten Zielen fahren vom Busbahnhof (Otogar) abfahren. Der liegt aber leider am Rand der Stadt.

Zunächst musste ich mich mit Händen und Füssen (oder etwas hilflosen Versuchen mit der türkischen Sprache) von Dolmus zu Dolmus fragen, bis ich einen Fahrer gefunden hatte, der mich in seinen Kleinbus reingewunken hat - und tatsächlich bis zum Otogar brachte. Ohne den Hinweis des Fahrers, dass nun die Haltestelle "Otogar" kommt, wäre ich jedoch irgendwann im wenig attraktiven Vorstadtgürtel von Antalya gelandet.

Vom Otogar ging es auf ähnliche Weise nach Perge (bzw. Aksu), welches ca. 20 km außerhalb von Antalya liegt. Für den Weg bis Aksu brauchte der Dolmus ca. 45 min. Die 2 km zu der Ausgrabungsstätte von Perge bin ich dann wieder gelaufen.

Die zahlreichen historischen Steine von Perge haben, bei strahlendem Sonnenschein, meine Aufmerksamkeit bis in den Nachmittag gebunden. Vor nahezu 5000 Jahren sollen hier die ersten Siedlungen entstanden sein. Die verschiedenen Teile der Stadt, die in unterschiedlichen Epochen entstanden sind, werden nun nach und nach zusammengefügt. Es macht auf mich den Anschein, dass an diesem Ort noch viel Restauratoren-Arbeit erforderlich ist, bis noch mehr Gebäude in Ansätzen in Form gebracht sind. Genug zu sehen, war trotzdem. Insbesondere das Stadion, die Hauptstraße der Stadt und die Agora hatte es mir angetan. Der Ausflug hat sich echt gelohnt.

Zurück nach Antalya bin ich dann, dank der Hilfe eines weiteren Dolmus-Fahrers, wieder recht zügig gekommen.

Das war ein schöner Tagesausflug auf eigene Faust :-)

Montag, 3. August 2009

Mittwoch, 29. April 2009

Fahrrad-City - Das Münster von Dänemark

Verkehrstechnisch ist mir in Kopenhagen aufgefallen, dass sehr viele Menschen mit dem Rad unterwegs waren - nicht nur die Touristen auf den "City Bikes" oder anderen Ausleihrädern. Egal ob morgens zur Arbeit, in den Park mit Kind und Kegel oder abends auf einen Drink - das Fahrrad war offensichtlich immer eine Option als Fortbewegungsmittel. Besonders die witzigen Transportdreiräder mit großem Stauraum fand ich beeindruckend. Anscheinend sind diese Räder eine Alternative zum Zweitwagen. Die hab ich an allen Ecken und in vielen Parks sehen können.

Das hat mich alles ein wenig an Münster erinnert - hier gehört das Rad ja zu jedem Haushalt obligatorisch dazu. Die intensive Nutzung - auch als Zweitwagen-Alternative - ist mir jedoch in Kopenhagen noch stärken aufgefallen. Daumen hoch für die Dänen :-)

In diesem Punkt ist Hamburg leider ganz klar Entwicklungsgebiet und weit davon entfernt vorbildlich zu sein. Wenn hier etwas mehr für die Fahrradfahrer getan würde, setzen sich vielleicht auch mehr Hamburger im Sommer aufs Rad, statt laufend das Auto zu benutzen und die Straßen der Innenstadt zu verstopfen. Mal sehen, was nun die geplante Einführung von Stadt-Fahrrädern in Hamburg für Impulse bringt.

Donnerstag, 11. September 2008

Deutschland-Reisen und Blitztripp an die Niagara-Fälle

Mit dem Auto durch Deutschland fahren ist wirklich kein Spaß. Nach einem erneuten Versuch am Wochenende - Hamburg-Soest-Hamburg - werde ich demnächst weiterhin gerne Bahn fahren - das ist wirklich entspannteres Reisen. Dabei fahre ich eigentlich gerne Auto. Besonders in Australien und Neuseeland hat das wirklich Spaß gemacht. Aber hier..., da vergeht einem auf den Autobahnen wirklich schnell der Spaß am Fahren?

Gestern war ich dann kurz mit einem Teil von mir vereist, mit den Ohren an den Niagara-Fällen. Wiebke hat von dort angerufen und das war schon witzig und toll. Das beeindruckende Grollen der Fälle war im Hintergrund gut zu hören. Da wäre ich sehr gerne kurz "rübergebeamt" oder "gefaxt", hätte einfach gerne schnell den Ort gewechselt. Aber solange sowas noch nicht geht und im CERN noch nach den Hintergründen und Geheimnissen der Dimensionen geforscht wird, muss ich mir die mächtigen Wassermassen vorstellen und die Bilder von Wiebke mit fantastischem Leben füllen. Macht auch Spaß... Reisen im Kopf ;-)

Mittwoch, 4. Juni 2008

Milford Sound - Fiordland

Ein perfekter Tag mit Tour zum und am Milford Sound :-)))

Die Strecke zum Milford Sound gehört nicht grundlos zu den schönsten Autotouren der Welt.

Es macht etwas nachdenklich, dass die Straße scheinbar nur aufgrund der tollen Natureindrücke existiert - damit Touristen, wie wir, an diesen teilhaben können. Aufgrund unserer mangelnden Trekking-Erfahrung wäre die Strecke zum Sound quer durch die Berge für uns zu Fuss allerdings viel zu gefährlich gewesen. In diesem Fall muss ich wohl sagen: Es ist tatsächlich beeindruckend schön durch die Täler und an den Bergen vorbei zu diesem wunderbaren Fjord fahren zu können. Gerade hier wurde ich mal wieder daran erinnert, warum wir als moderne Menschen nicht nur Städte, Gewerbegebiete und Nutzland brauchen - sondern insbesondere viel Natur.

Donnerstag, 17. April 2008

The Red Center - Alice Springs

Alice Springs – nur noch ca. 500 km bis zum Uluru.

Die Reise mit "The Ghan" war spannend und laaang. Fast einen Tag waren wir mit dem Zug unterwegs, um die ca. 1500 km von Darwin nach Alice Springs zurückzulegen. Darin war allerdings ein mehrstündiger Stopp in "Katherine", mit Ausflug zum "Katherine Gorge", enthalten. Dort konnten wir uns bei einem "Walk" nochmal richtig die Beine vertreten – obwohl es ziemlich heiß war. Aber mit ausreichend Wasser und Willen hat das auch gut geklappt. Während viele andere Zugreisende den Ausflug im Boot durch die Schlucht vorgezogen haben, waren wir dann nur zu zweit auf Erkundung "über" die Schlucht.

Die Nacht im Zug war erwartungsgemäß, also etwas unbequem. Das hätte aber durchaus schlimmer sein können und wir sind verhältnismässig erholt aufgewacht... beim aufwachen gab es einen schönen Sonnenaufgang über dem Buschland zur Belohnung und anschließend ein nettes Frühstück im Speisewagen :-)

Nun sind wir beide auf das "Red Center" gespannt. Alice Springs ist jedenfalls richtiges "Outback" auch wenn hier so ca. 30.000 Menschen leben.

Montag, 21. Januar 2008

Ayutthaya - Entspannung in Thailands alter Hauptstadt

Reisetage, wie der gestrige, sind ziemlich anstrengend aber auch sehr spannend. Bei der Tour aus Siem Reap ueber die Grenze nach Bangkok und dann nach Ayutthaya hatten wir trotz einiger unvorhergesehenen Spannungserzeugern auch viel Glueck mit unseren Anschlussbussen.

Mit der Tour zur Grenze (6,5 Std. im leicht ueberfuellten, altersschwachen Kleinbus) haben wir vorlaeufig unser Vertrauen in die Glaubwuerdigkeit der vermeindlich freundlich, zuvorkommenden Einheimischen verloren. Der Hinweis im "Lonely Planet" scheint zu stimmen: Asiaten sind eigentlich eher zurueckhaltend, jeder der dich ungefragt anspricht oder dir Empfehlungen gibt ist eher an deinem Geld und nicht an deiner Zufriedenheit interessiert (frei zitiert) - egal ob Taxi- oder TukTuk-Fahrer, ob Guesthouse- oder Hotel-Rezeptionist, ob Stoffverkaeufer oder oder oder. Und dies gilt offensichtlich auch fuer Kambodscha. Schade eigentlich - man sieht sich doch immer zweimal im Leben...

Nun sind wir in Ayutthaya, der alten Hauptstadt Thailands, gelandet. Nach ca. 14 Stunden Bustouren sind wir gut aber erschoepft angekommen. Zu unserem Glueck ist im "Baan Lotus" ein Paar Reisende nicht gekommen und wir konnten das letzte Zimmer mit Aircon bei der Hausmutter des Guesthouses, einer recht alten Lady, buchen - und hatten heute morgen viele freundliche Naturgeraeusche und einen tollen Blick auf einen grossen Seerosenteich - das scheint entspannend zu werden :-)

Sonntag, 6. Januar 2008

Bangkok Nachtrag - Transport und Verkehr

Transport und Verkehr spielt in Bangkok eine große Rolle. Häufig geht es dabei um die Wahl des passenden Transportmittels. Wir haben ein paar ausprobiert - Taxi, TukTuk, Boot, Skytrain und nicht zuletzt die eigenen Füße. Mal von "per pedes" abgesehen ist der Skytrain sicherlich die sympatischste Art in Bangkok voran zu kommen, knapp gefolgt vom Wasserverkehr. Dummerweise sind die Strecken und somit die Abfahrts- und Zielorte sehr limitiert. Auch wenn es einige Flüsse und Kanäle gibt, die von verschiedenen Booten befahren werden eignet sich der Bootsverkehr selten für Kreuz-und-Quer-Touren auf die spontane Art. Die Skytrain-Trassen werden zwar derzeit ausgebaut, aber noch ist der Skytrain auf den inneren, wohlhabenderen Bereich der Stadt beschränkt.

Es geht häufig kein Weg an den Taxis, TukTuks oder der Nutzung eines Busses vorbei. Zum Busverkehr hab ich noch keine Erfahrungen gemacht. Dafür konnten wir einige mehr oder weniger erfreuliche Erfahrungen mit den flexiblen Drei- oder Vierrädern machen. Zunächst muss einem klar sein, dass man als Ausländer immer Gefahr läuft einen höheren Preis für den Transport zu zahlen als die Einheimischen, hier ist Verhandlungsgeschick und Abschätzung der eigenen Situation gefragt. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Einstiegspreise der Verhandlungen für Fahrten morgens oder mittags deutlich günstiger sein können, als für die gleiche Strecke zu späterer Stunde zurück - wieso das so ist kann ja mal spekuliert werden ;). Bei den Taxis mit funktonierenden Taxametern hilft hier die Nutzung desselbigen - einige Taxifahrer handeln den Preis, wie alle TukTuk fahrenden Kollegen, lieber mit den Touristen aus. - In den meisten Fällen geschieht dies wahrscheinlich nicht zu Gunsten der fremdländischen Gäste - aber die haben wohl eh weit mehr Geld zum verschleudern. Zumal es sich bei den Fahrkosten von 50, 100 , 200 Baht um Beträge von ein paar Euro handelt - so günstig wird man bei uns nicht chauffiert. Aber dafür bekommt man allerdings auch nicht zwingend die Körperpflege eines Fahrers mit - ein Genuss, auf den man wirklich gerne verzichtet. Kultursckock?!

An den Verkehr in Bangkok muss man sich erst gewöhnen. Das ist in ein paar Tagen noch nicht drin. Und das liegt nicht nur am Linksverkehr.