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Donnerstag, 12. November 2009

Fegefeuer

Wenn es eine Hölle gibt, dann ist sie kein Fegefeuer sondern ein türkischer Touri-Bazaar.

An einer der Ausfallstraßen von Antalya liegt ganz am Ende der neu gebauten, noch nicht im Einsatz befindlichen Tramstrecke ein "Türkischer Bazaar". Was ich bis zum Besuch dort jedoch nicht ahnte: Hier endet die letzte türkische Zurückhaltung.

Eigentlich bin ich dorthin, weil ich mir einen weniger touristischen Bazaar anschauen wollte, als den "Alten Bazaar" im Zentrum. Weit gefehlt! Meine kleine Hölle fing nach wenigen Schritten in die Gänge des sehr einfachen Gebäudes an.

Nun kenne ich ja die Bazaarform der "Nightmarkets" aus Thailand und war dadurch scheinbar vorbereitet. Ich hatte einigen Schund aber auch ein paar besondere Stände mit regionalen Waren erwartet. Insbesondere wollte ich mal wieder ein regionales Instrument erwerben.

Zunächst habe ich offenbar die Herausforderung gewagt, mich etwas zu früh zu diesem Ort zu begeben. Die Verteilung Besucher/Verkäufer war bei meinem Eintreten in die Hölle vermutlich 20/400. Die ersten "Hallo - eine Frage" Ansprachen der vielen Textilien-, Lederwaren- und Fälschungen-in-jeder-Ausprägung-Händler konnte ich noch abblocken. "War doch garnicht so schwer!" dachte ich. An einem Stand bin ich auch tatsächlich vor ein paar orientalischen Trommeln (Darabuka) hängen geblieben. Hier hatte ich noch das Glück, auf einen in Deutschland geborenen Türken zu treffen, der verstand, dass ich nicht einfach irgendwas mitnehmen wollte. Er lud mich, wie üblich, zum Tee ein, bis sein Chef noch ein paar andere Trommelmodelle rangeschleppen konnte. Es war aber nichts für mich dabei und die Preise waren astronomisch überhöht (etwa das vierfache von dem, was ich bereit gewesen wäre für eine passende Trommel auszugeben). Aber handeln musste ich ja nicht, weil ich gut klar machen konnte, dass nix für meinen Geschmack dabei war. Ich hab mich von diesem Stand verabschiedet und bin gleich um die nächste Ecke einem Teehändler in die Hände gefallen, der auch super deutsch sprach und mir einen weiteren Tee in die Hand drückte. Der Tee war wirklich ganz lecker. Schwupps war ich mit ihm im Gespräch und er stellte ein paar Teesorten zum "Sonderpreis" für mich zusammen. Sonderpreis: 145 TL (Türkische Lira) - also ca. 70 Euro. "Kleiner Scherz" dachte und sagte ich und hab eine kleine Tüte Tee für 10 TL mitgenommen. Soweit so gut - er hatte ein Geschäft gemacht und ich habe nur die Menge mitgenommen, die ich haben wollte.

Der nächste Teehändler fing mich auch gleich ab, kapierte, dass mit mir kein Geschäft mehr zu machen war und wir haben trotzdem noch etwas Small Talk über die Regeln des Bazaars betrieben. Sein Standnachbar mit schlechten Kopien von "Marken"-Uhren war allerdings weniger verständnisvoll und ziemlich penetrant (der hatte wohl nicht zugehört). Er wollte mich nicht aus seinen Fängen lassen. Warum er nicht verstand, dass ich definitiv keine Uhr bei Ihm kaufen wollte, weiß ich nicht. Offenbar hatte er die Hoffnung, er müsse nur lang genug auf mich einreden, damit ich eines der häßlichen Dinger mitnehme. An diesem Stand musste ich mich schon sehr harsch verabschieden - obwohl ich mir vorgenommen hatte, bei aller Penetranz der Verkäufer, trotzdem freundlich zu bleiben. Einen Ledertaschen- und Dürfte-Händler hatte ich anschließend noch im "Gespräch". Dieser junge Herr bot gefälschte Marken-Düfte an und war auch ziemlich begriffstutzig, als ich wiederholt sagte, ich wäre noch gut mit Düften ausgestattet. Den angebotenen Tee hab ich auch hier dankend abgelehnt und nur noch den nächsten Ausgang gesucht. Die Lust auf weiteren Bazaarbummel war mir vergangen.

Eine besonders angenehme Erfahrung war das viele "nein" sagen nicht - aber wieder eine gute Übung. In Zukunft werde ich wohl auch zu den Reisenden gehören, die nicht mehr auf "Hallo - eine Frage" reagieren. Wird mir schwerfallen, aber ich werd es tun.



Zum Ausgleich für diese Pleite gab es heute viel Sonnenschein und ich konnte den Rest des Tages an verschiedenen Plätzen der Stadt genießen und noch etwas Energie tanken.

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Jahresrückblick

Nur 364 Tage nach dem Antritt einer ungewissen Reise habe ich zwei völlig unterschiedliche Halbjahre erlebt. Kulturschock hin und zurück - jeden Tag neue Erlebnisse und Erfahrungen gegenüber alltäglichen Handlungen und Wohlbekanntem. Scheinbar unendlich naturbelassene Landschaften zurückgetausch gegen kultivierte, menschenbevölkerte Orte. Verschiedene Pole einer Welt, die sich täglich verändert.

Als wir Silvester 2007 nach Thailand geflogen sind, habe ich die derzeitige Krise im dem ehemaligen Königreich Siam noch nicht wahrgenommen. Erst dort ist mir das erste Mal die Bedeutung des Königs für die bisherige Entwicklung des Landes klar geworden - und warum er von so vielen Thailändern verehrt wird. Eine andere Entwicklung, die Ausweitung der Immobilienkrise in den USA zu einer weltweiten Krise der Finanzmärkte, konnte man vielleicht als Beobachter der engen internationalen Verknüpfungen der heutigen Welt erahnen, aber das Ausmaß ist offensichtlich für alle Akteure und besonders die Leidtragenden größer als gedacht.

Bei den Rückblicken auf das vergangene Jahr fällt mir auf, wie viel von uns als gegeben hingenommen, wie schwer wir uns mit Veränderungen tun und wie wenig über (durchaus vorhandene, aber teils unbequeme) Alternativen nachgedacht wird.

Wenn Bewegung und Veränderung Teil des Lebens sind, ja das Leben sogar ausmachen, warum siegt so häufig die Bequemlichkeit und die Angst vor Veränderungen?

Auf ins unbequeme neue Jahr... dabei wünsche ich uns allen alles Gute, offene Augen, einen wachen Verstand und viel positive Bewegung ;-)

Sonntag, 10. Februar 2008

Thailand - Zusammenfassung (Nachtrag)

Nach sechs Wochen des Reisens in Thailand und Kambodscha hinterlassen diese Länder besondere Eindrücke. Die regionalen Unterschiede sind allerdings auch hier verhältnismäßig gross. Den Ländern gemeinsam ist aber, dass man als Europäer direkt als Fremder wahrgenommen wird. Das ist zunächst recht hilfreich, da man so als Ausländer und generell Unwissender abgestempelt wird - das Eintauchen in kulturelle Fettnäpfchen ist somit nicht so tief. Andererseits ist es manchmal sehr anstrengend, wenn man Neues erkunden will, weil davon ausgegangen wird, dass man viel Geld unters Volk bringen kann (und will). Mehr Raum für Erkundungen auf eigene Faust gewinnt man nur, sofern man der Sprache mächtig ist - aber das ist wohl überall auf der Welt so.

Da der Tourismus in Thailand und Kambodscha eine wichtige Einnahmequelle für die Bevölkerung ist, kann ich die "aktive" Vorgehensweise der Einheimischen bei der Akquise von Touristen für Touren oder Waren sehr gut verstehen. Leider ist dies auf Dauer trotzdem anstrengend - selbst wenn man irgendwann gelernt hat "Nein" zu sagen. Aber, wer seine Ruhe haben will, sollte eh lieber zuhause bleiben...

Einige Tipps für Asienreiseanfänger wie mich:
  • Das Lernen von einfachen Floskeln in der Landessprache.
  • Freundlichkeit wird häufig freundlich entgegnet - wie nahezu überall auf der Welt.
  • Nicht alles glauben, was einem erzählt wird. Insbesondere von "zuvorkommenden" Einheimischen. Leider steckt sehr häufig Abzocke dahinter. Besonders an Grenzübergaengen oder vor touristischen Attraktionen sind viele Betrüger unterwegs.
  • Wenn jemand zuvorkommend behauptet, das ein besonderer Ort gerade geschlossen ist oder dort sowieso nichts zu sehen ist, stimmt dies nur sehr selten. Hier geht es eher darum, ein Tour (per Taxi, TukTuk o.a.) zu vermitteln - und damit Geld zu verdienen.
  • Nicht alles in Asien ist "billiger" oder "preiswerter", Luxusartikel sind auch hier Luxus. Dies gilt insbesondere für elektronische Neuheiten, deren Preisverfall bei uns viel schneller erfolgt (insbesondere durch Anbieter wie Amazon u.a.) - als Beispiel seien Speicherkarten für Digitalkameras genannt, die in Deutschland z.T. nur die Hälfte kosten.
  • Beobachten, Nachfragen und selbst interpretieren ist auch hier sehr sinnvoll.

Bangkok - Chinatown

Nachdem unser erster Versuch mit "Chinatown" etwas ins Wasser gefallen ist bzw. durch Sturzbach artige Regenfälle abgebrochen wurde, haben wir es nochmal versucht und trotz chinesischem Neujahr einige Eindrücke des chinesischen Viertels mitnehmen können.

Dabei haben wir allerdings wieder gelernt, dass die "hilfsbereiten" Thailänder sehr flexibel mit der Wahrheit umgehen. Uns wurde von einigen "Abschleppern" erzählt, dass zum "Chinese New Year" alle Geschäfte in Chinatown dicht wären und wir doch lieber woanders hin-"fahren" sollten. Gelogen! Es war dort jedenfalls genug los, um eine Menge Eindrücke mitzunehmen.

Freitag, 8. Februar 2008

Und wieder Bangkok

Nachtzug Chiang Mai - Bangkok, das ist meine Empfehlung, wenn man diese Strecke nicht fliegen will (so wie wir). Für ca. 1300 Baht (ca. 30 Euro) bekommt man ein Bett im Schlafwagen, in dem man auch tatsächlich schlafen kann.

Verhältnismäßig ausgeruht sind wir dann auch in Bangkok angekommen, allerdings mit ca. einer Stunde Verspätung gegen 7:30 Uhr. Der Kaffee in einem Bahnhofscafe tat schon ziemlich gut.

Wenn wir allerdings gewußt hätten, welche Zimmersuche uns bevorsteht, hätten wir sicherlich ein kräftigeres Frühstück zu uns genommen. Nach zwei Stunden Herumirren, "No free" hören und schäbige 200 Baht-Zimmer dankend ablehnen, haben wir uns entschieden doch etwas teurer einzukehren. Wobei sich das teuer auch sehr im Rahmen hält - 2000 Baht für ein Hotelzimmer im "Pinnacle", das sicherlich schon bessere Tage gesehen hat, aber einen tollen Ausblick auf die moderne Skyline von Bangkok bot und zudem das bisher beste Hotelfrühstück enthalten hat. Die Entscheidung für das teuerer Zimmer, wurde für mich damit belohnt, dass ich mal wieder richtig durchgeschlafen habe (das war bei der Menge an Eindrücken in letzter Zeit eher selten) - das ist auch einiges wert.

Trotzdem haben wir nochmal das Hotel gewechselt, da das Pinnacle uns nur für eine Nacht die Unterkunft anbieten konnte. Nun sind wir mit etwas Glück eine kleine Suite im "Sathorn Inn" gelandet. Dieses Hotel hat scheinbar auch schon seine goldene Zeit hinter sich hat aber ein sehr freundliches Hotel-Team und freundliche Preise. Ausserdem liegt es fuer unsere geplanten Touren (Chinatown, Grand Palace, JJ Market, Sukumvit) ideal in der Nähe einer Skytrain-Station...

Und das haben wir schon super ausnutzen können.

Mehr gibt es wieder beim nächsten Mal. :-)

Montag, 4. Februar 2008

Blumengruss aus Chiang Mai

Buchung 1. Klasse

Nachtzug - eine weitere neue Erfahrung wartet auf uns. Keiner von uns beiden hat diese Art der Reisefortbewegung bisher ausprobiert. Am Dienstag um 16:30 h geht es Richtung Bangkok mit einem "Special Express". Wir reisen mal wieder 1. Klasse (neuer Versuch ;), diesmal mit in einem eigenen Schlafabteil. Ich bin schon sehr gespannt, ob ich diesmal ein oder sogar zwei Augen zubekommen werde. Wir haben gestern schon die Wagen in Augenschein genommen und sind froh, dass wir nicht die 2. Klasse Schlafsessel gebucht haben (an Mamusch und Dad: ganz so konfortabel wie Euer Schlafwagen im TranSib sieht unserer leider nicht aus - Bilder folgen spaeter).

Eigentlich wollten wir schon heute (Montag) mit dem Zug los, aber es hat sich gezeigt, dass man die Zugbuchung lieber fruehzeitig taetigen sollte - der Schlafwagen war schon ausgebucht und somit fahren wir jetzt einfach einen Tag spaeter und geniessen noch die Ruhe der "Rose des Norden".

Jetzt noch einen Blumengruss aus Chiang Mai, bevor ich mich bald wieder aus Bangkok melde...

Und an Bine: "D'r Zuch kuett" und nasch nicht so viele Kamelle ;-)

Sonntag, 3. Februar 2008

Regen, Ruhe und Rückkehr

Die knapp drei Tage Ruhe im "Green Lake" taten gut. In dem Hotel konnte man allerdings auch nicht wirklich aktiv werden und das Regenwetter (das sehr unerwartet war) hat uns nahezu dazu gezwungen das Hotel und die in unserer Buchung inbegriffene Thai-Massage zu geniessen ;-)

Passend zum Blumenfest sind wir in die Altstadt zurückgekehrt und wieder im Seven Suns untergekommen - bezeichnender Weise im Australien-Zimmer...

Die Parade zum Blumenfest war schön bunt und findet hier in Chiang Mai wohl jährlich am ersten Wochenende im Februar statt. Schön, dass wir das sogar wieder bei strahlendem Sonnenschein sehen durften. Das Regenwetter am Freitag hat das nicht erwarten lassen. Danke Wettergott :-)

Mittwoch, 30. Januar 2008

Coffee Lovers - Meine Cafe-Empfehlung in Chiang Mai

Bevor wir die Altstadt von Chiang Mai nun in Richtung "Green Lake" verlassen, gibt es jetzt noch die Daten zum "Coffee Lovers". In diesem Café hat es uns so gut gefallen, dass wir jeden Tag hier waren und ich es deshalb gerne weiterempfehle.

Für alle, die in Chiang Mai ein schönes Cafe zum Entspannen, Frühstücken oder Essen suchen, sollten hier in einer der Seitenstrassen der Altstadt Station machen. Leckerer Kuchen, Vollkorn-Toast, Müsli, Super Kaffee, leckere kühle Shakes, entspannte Musik von Diana Krall über Norah Jones zu George Benson und ein wirklich freundliches Team helfen beim Wohlfühlen...

175/1 Ratchamalka Road T. Prasingha Muang, District Chiang Mai 50200
Tel/Fax: 053.275561

Geöffnet von 7:00 bis 20:00 Uhr
zusätzlicher Service: freies WiFi und zwei moderne Internetrechner für die Gäste

Dienstag, 29. Januar 2008

Chiang Mai - Doi Suthep



Chiang Mai - Rose des Nordens

Nach ein paar Tagen hier im Norden bleibt unser erster Eindruck zum Glueck erhalten. Besonders die Altstadt bietet viel mehr Ruhe als wir es bisher von thailaendischen Staedten kennengelernt haben. Eine Unterkunftsempfehlung ist das "Seven Suns" - fuer 700 Baht konnten wir uns hier nett zurueckziehen (Minibar, Sat-TV und Restroom sind inkl.). Dagegen bleibt unser zweites Guesthouse ("Green Tulip Guesthouse"), in das wir wegen vorlaeufigem Zimmermangels im "Seven Suns" umziehen (wir waren ja ohne Reservierung angereist), etwas hinter unseren Erwartungen zurueck. Es ist dafuer aber ziemlich guenstig - da muss man wohl deutliche Abstriche beim Komfort hinnehmen - fuer Budget-Reisende mit Ohropax ist es trotzdem eine Empfehlung, da es definitiv zu den saubersten Guesthouses gehoert, in denen wir bisher waren.

Das "Coffee Lovers" ist zu unser stetigen Anlaufstelle geworden, wenn wir morgens nett und lecker Fruehstuecken wollen oder uns bei einem Kaffee, Lassi oder Shake etwas ausruhen moechten. Dieses Cafe haette ich sehr gerne bei uns in Hamburg direkt um die Ecke, samt der freundlichen Chefin und ihrem Team!

In den Tagen hier haben wir alles etwas ruhiger angehen lassen, sind in einige Tempel gegangen, an denen wir vorbeigeschlendert sind und haben uns eher nur zu Fuss bewegt. Sind durch Zufall mit einem jungen Moench ins Gespraech gekommen und zu frueher Stunde auf dem Sunday-Nightmarket gelandet. Dort hab ich neben einem Paar kleiner Holz-Elefanten auch eine Thailaendische Tonfloete erstanden, auf der ich jetzt noch lernen muss asiatische Melodien zu spielen.

Einen Nachmittag haben wir im Stadtpark (ziemlich klein fuer hamburger Verhaeltnisse) entspannt. Praktischer Weise kann man hier einfach Liegematten fuer 10 Baht leihen, da lohnt es sich nicht eigene Decken mitzunehmen.

Heute ging es dafuer mit dem Minibus (ein umgebauter Pickup) in die Berge zum Kloster Doi Suthep, dem Winterpalast des Koenigs und einem "etwas" touristisch erschlossenen Bergdorf. Eine kleine Tour fuer ca. 4 Stunden, die fuer Abwechslung gesorgt hat.

Ab morgen wollen wir in ein Hotel am "Green Lake" umziehen, um uns mal wieder etwas Luxus mit Spa, Massagen und Entspannung zu goennen.

Chiang Mai - Nightmarket


Samstag, 26. Januar 2008

Chiang Mai - erste Eindruecke

Nachtbus von Ayutthaya nach Chiang Mai - was fuer eine Fahrt. Den 1. Klasse Bus fuer mehr Beinfreiheit und Platz hat leider auch nichts an der Tatsache geaendert, dass ich in dieser Nacht kaum ein Auge zubekommen habe (gescheige denn zwei). Der eingesetzte, sehr moderne Doppeldecker-Bus hat die Unebenheiten der Strassen und die Fahrkunst unserer Fahrer leider sehr gut in unsere letzte Reihe uebertragen. Vielleicht haben wir auch irgendwas falsch verstanden, da wir scheinbar die einzigen Langnasen und Reisenden waren, die sich einen Doppelsitz geteilt haben.

Um ca. 4:30 h sind wir dann in Chiang Mai angekommen. Der Transfer zum "Seven Suns" Guesthouse hat super funktioniert (keine Versuche des TukTuk-Fahrers uns woanders abzusetzen :-). Dort konnten wir trotz der fruehen Ankunft zum Glueck noch ein Zimmer fuer zwei Naechte bekommen und uns gleich zum Nachholen des Schlafs zurueckziehen.

Von allen Zimmern, die wir bisher hatten, ist dies das originellste (An Anneke: ich sage nur "Hello Kitty") ein Traum in Rosa ganz im Stil der beruehmten Katze ... und wir haben rosarot getraeumt ;)

Chiang Mai ist auch die bisher schoenste thailaendische Stadt, die wir gesehen haben. Aber mehr dazu ein anderes Mal... Ich sitze gerade im "Coffee Lovers", einem tollen Cafe ein paar Meter neben unserem Guesthouse gelegen. Gaeste duerfen hier frei im Internet surfen und den WiFi-Zugang nutzen - definitiv ein Tipp fuer den "CoffeeFinder" ;-)

Bis spaeter...

Mittwoch, 23. Januar 2008

Ayutthaya 2 - Thailaendische Staedte

Wieder einmal haben wir im "Tea & Coffee" gefrühstückt. Die Lage ist ideal (nur um den Straßenblock herum, neben einigen Guesthouses), der Kaffee schmeckt gut und das Porridge ist eine super Abwechslung zum sonst überall angebotenen Toast with Jam. An die warme deftigere Küche zum Frühstück, die in Thailand eher üblich ist, mag ich mich nicht so recht gewöhnen.

Im "Tea & Coffee" kann man auch kostenlos Internet-Rechner nutzen :-) ein netter Service, der uns auch immer wieder hierher lockt. Das bei jedem unserer Besuche "The Corrs" aus den Lautsprechern schallen hat mittlerweile auch Tradition. Zum Glück gehören die musikalischen Geschwister zu den Bands, die ich mir gerne anhöre und in den letzten Monaten vernachlässigt habe ;)

Ayutthaya hat neben den historischen Wat- und Palastruinen auch schöne, recht unterschiedliche Buddhabildnisse. Aber leider ist die Stadt ansonsten eher weniger schön, wohl ein Grund, warum wir unsere Touren sehr relaxed angehen und versuchen eher die bisherigen Erfahrungen zu verarbeiten. Heute herrscht definitiv bei Wiebke und mir eine gewisse Übersättigung an bedeutenden alten Steinen und Wats.

Morgen wollen wir nach Chiang Mai, in den Norden Thailands aufbrechen. Dort gibt es bestimmt auch wieder bedeutende historische Steine, aber sicherlich auch anderes Erlebenswertes ...

Ayutthaya - Buddhabildnisse


Montag, 21. Januar 2008

Ayutthaya - Entspannung in Thailands alter Hauptstadt

Reisetage, wie der gestrige, sind ziemlich anstrengend aber auch sehr spannend. Bei der Tour aus Siem Reap ueber die Grenze nach Bangkok und dann nach Ayutthaya hatten wir trotz einiger unvorhergesehenen Spannungserzeugern auch viel Glueck mit unseren Anschlussbussen.

Mit der Tour zur Grenze (6,5 Std. im leicht ueberfuellten, altersschwachen Kleinbus) haben wir vorlaeufig unser Vertrauen in die Glaubwuerdigkeit der vermeindlich freundlich, zuvorkommenden Einheimischen verloren. Der Hinweis im "Lonely Planet" scheint zu stimmen: Asiaten sind eigentlich eher zurueckhaltend, jeder der dich ungefragt anspricht oder dir Empfehlungen gibt ist eher an deinem Geld und nicht an deiner Zufriedenheit interessiert (frei zitiert) - egal ob Taxi- oder TukTuk-Fahrer, ob Guesthouse- oder Hotel-Rezeptionist, ob Stoffverkaeufer oder oder oder. Und dies gilt offensichtlich auch fuer Kambodscha. Schade eigentlich - man sieht sich doch immer zweimal im Leben...

Nun sind wir in Ayutthaya, der alten Hauptstadt Thailands, gelandet. Nach ca. 14 Stunden Bustouren sind wir gut aber erschoepft angekommen. Zu unserem Glueck ist im "Baan Lotus" ein Paar Reisende nicht gekommen und wir konnten das letzte Zimmer mit Aircon bei der Hausmutter des Guesthouses, einer recht alten Lady, buchen - und hatten heute morgen viele freundliche Naturgeraeusche und einen tollen Blick auf einen grossen Seerosenteich - das scheint entspannend zu werden :-)

Samstag, 12. Januar 2008

Koh Chang 2 - die Insel der Elefanten

"Chasing Cars" von Snow Patrol wird gerade vom DJ der Strandbar gespielt an der wir sitzen. Seit einigen Monaten einer meiner Lieblingssongs. Dabei kann man hier wirklich besonders gut rumliegen und sinnieren. Die Ruhe der Insel der Elefanten (Übersetzung von "Koh Chang") bringt einen zwangsläufig zum Nachdenken und Grübeln über diese Reise und ihre Etappen - und über das Leben zuhause, das vermutlich ganz normal weitergeht.

Schön ist, dass ich derzeit viel Zeit dafür habe, mir einige Stücke auf meinem IPod mal wieder oder etwas genauer anzuhören. Vielleicht schult das auch mein Englisch noch etwas. Die letzten Tage sind alte Supertramp Songs oben auf der Liste und zwischendurch immer mal meine eigenen Songs, die alle noch feingeschliffen werden müssen. Jacks Mood braucht unbedingt noch einen Text, und der Song passt irgendwie hierher - auch wenn ich bei seiner Entstehung eher an Australien oder Hawaii gedacht habe.

Eigentlich wollte ich mir in Bangkok noch eine Reisegitarre zulegen, dafür sind wir extra in eine Straße mit vielen Instrumentenhändlern gelaufen. Die angebotenen Modelle haben mich dann aber nicht so recht überzeugt und nun muss ich mich doch mit meiner Gitarrensimulation auf der NDS begnügen - was aber verständlicher Weise nicht das Gleiche wie eine echte Gitarre ist ... man denke mal daran, damit am Strand zu sitzen, nun ja - dafür war das Ding schön kompakt fürs Reisegepäck.

Somit hör ich einfach schöne Songs von Leuten, die das schon hinbekommen haben, was ich auch gerne irgendwann schaffen möchte - Eindrücke und Gefühle eindrucksvoll in Musik umsetzen.

Neue Eindrücke sammeln und alte verarbeiten kann ich auf dieser Reise hoffentlich genug - und am Montag geht es in Richtung Angkor weiter :-)

Donnerstag, 10. Januar 2008

Inselreif

Bangkok war eindrucksvoll, aber nach einer Woche reicht mir und uns die Stadt. Insbesondere die Tempel und das Herumlaufen durch Strassen und Gassen waren die Tage in dieser eher belebten asiatischen Stadt wert. Wir haben definitiv wieder was dazugelernt und ich konnte alte Eindruecke aus Asien auffrischen. Wiebkes "Kulturschock" laesst auch zunehmend nach.

Aber der Smog und die Lautstaerke des Strassenlaerms sind nicht gerade ein grosser Beitrag zur Erholung, die wir eigentlich brauchen. Deshalb sind wir am vergangenen Montag Richtung Suedosten gestartet und nun auf der Insel Koh Chang gelandet.

Die Busfahrt im klimatisierten und recht bequemen Ueberlandbus startete vom Busbahnhof Ost in Bangkok aus und ging ca. 5 1/2 Stunden lang quer durchs Land bis kurz vor den Pier zur Faehre nach Koh Chang. Dabei sehen wir eher kleine Ortschaften vorueberziehen - einfacheres Leben, so wie ich es auch schon in den Staedten auf Sumatra gesehen habe. Bis wir in einen Pierzubringerbus (der weitaus weniger komfortabel ist) umsteigen muessen verlaeuft die Fahrt eher unspektakulaer - die Fahrt zum Pier dauert aber nur wenige Minuten. Die Faehre nach Koh Chang laesst etwas auf sich warten, aber wir haben ja Zeit und es gibt eine ueberdachte Ecke auf dem Pier, die genuegend Schatten bereithaelt.

Unsere Tour geht zum Lonely Beach im Suedwesten der Insel. Dort buchen wir fuer winzige 280 Baht (ca. 5,50 Euro) zunaechst eine Treehouse Hut - Welcome back to nature! Allerdings wird uns sehr schnell klar, dass wir in diesen paar Quadratmetern ohne Ventilator und mit Gemeinschafts-WC/Dusche (die anderen Details mal ausgelassen) nicht ganz so gut entspannen koennen - und dafuer sind wir ja gerade hierhin gefahren :) Aber der Blick von der direkt am Wasser gelegenen Huette hat uns schon kurzzeitig hingerissen...

Den Abend verbringen wir jetzt mit Strandlaufen und Checken der uebrigen Handvoll Quartiere - aber die Rucksaecke koennen wir ja jetzt in der Huette zwischenlagern - sehen wir sie mal als etwas zu grosses Schliessfach an ;-) . Letztendlich finden wir ein sehr schoenes Zimmer mit aehnlich toller Lage direkt am Strand - allerdings auch ca. 10x so teuer wie unser kleines Treehouse. Luxus kostet auch in Thailand entsprechend mehr.


Belohnt werden wir fuer diese Entscheidung mit der ersten Nacht in Thailand, die ich/wir durchschlafen koennen und einem Laecheln erzeugenden Blick beim Aufwachen - direkt auf Palmen, weissen Strand und azurfarbenes Meer.

Jetzt koennen wir entspannen ... bis wir zum Wochenende in eine etwas bescheidenere Bleibe umziehen.

Sonntag, 6. Januar 2008

Bangkok Nachtrag - Transport und Verkehr

Transport und Verkehr spielt in Bangkok eine große Rolle. Häufig geht es dabei um die Wahl des passenden Transportmittels. Wir haben ein paar ausprobiert - Taxi, TukTuk, Boot, Skytrain und nicht zuletzt die eigenen Füße. Mal von "per pedes" abgesehen ist der Skytrain sicherlich die sympatischste Art in Bangkok voran zu kommen, knapp gefolgt vom Wasserverkehr. Dummerweise sind die Strecken und somit die Abfahrts- und Zielorte sehr limitiert. Auch wenn es einige Flüsse und Kanäle gibt, die von verschiedenen Booten befahren werden eignet sich der Bootsverkehr selten für Kreuz-und-Quer-Touren auf die spontane Art. Die Skytrain-Trassen werden zwar derzeit ausgebaut, aber noch ist der Skytrain auf den inneren, wohlhabenderen Bereich der Stadt beschränkt.

Es geht häufig kein Weg an den Taxis, TukTuks oder der Nutzung eines Busses vorbei. Zum Busverkehr hab ich noch keine Erfahrungen gemacht. Dafür konnten wir einige mehr oder weniger erfreuliche Erfahrungen mit den flexiblen Drei- oder Vierrädern machen. Zunächst muss einem klar sein, dass man als Ausländer immer Gefahr läuft einen höheren Preis für den Transport zu zahlen als die Einheimischen, hier ist Verhandlungsgeschick und Abschätzung der eigenen Situation gefragt. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Einstiegspreise der Verhandlungen für Fahrten morgens oder mittags deutlich günstiger sein können, als für die gleiche Strecke zu späterer Stunde zurück - wieso das so ist kann ja mal spekuliert werden ;). Bei den Taxis mit funktonierenden Taxametern hilft hier die Nutzung desselbigen - einige Taxifahrer handeln den Preis, wie alle TukTuk fahrenden Kollegen, lieber mit den Touristen aus. - In den meisten Fällen geschieht dies wahrscheinlich nicht zu Gunsten der fremdländischen Gäste - aber die haben wohl eh weit mehr Geld zum verschleudern. Zumal es sich bei den Fahrkosten von 50, 100 , 200 Baht um Beträge von ein paar Euro handelt - so günstig wird man bei uns nicht chauffiert. Aber dafür bekommt man allerdings auch nicht zwingend die Körperpflege eines Fahrers mit - ein Genuss, auf den man wirklich gerne verzichtet. Kultursckock?!

An den Verkehr in Bangkok muss man sich erst gewöhnen. Das ist in ein paar Tagen noch nicht drin. Und das liegt nicht nur am Linksverkehr.

Citylife in Asien

Wir sind zur Zeit schon ziemlich hin und her gerissen mit unseren Eindruecken von Bangkok. Nettes Klima, spannende neue Erfahrungen und ruhige, farbenfrohe Tempelanlagen stehen Laerm, Verschmutzung und sehr seltsamen Angewohnheiten (aus europaeischer Sicht) gegenueber. Momentan ueberwiegt bei uns beiden der Fluchtinstinkt. Raus aus der City...